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Einige Daten zur Geschichte der Freimaurerei.
Um 1390
Im „Regius-Manuskript“ (Brit.Mus.London) werden in Gedichtform Gebräuche der existierenden Steinmetz-Sozietät festgehalten: Pflichten der Gesellen dem Meister gegenüber, eine Sittenlehre der Bauleute. Dabei ist auch
die Rede von „Lehrlingen“ aus Kreisen der „hohen Herren“. Freimaurer, „ffremasons“ standen nicht unter Reglementierung durch Grund- oder geistliche Herrschaften, auch nicht durch ortsgebundene Gilden oder Zünfte.
1459 Steinmetzordnung der Haupt-Bauhütte für
Süddeutschland in Straßburg. Die Bauhütten haben große Selbständigkeit, eine (niedere) Gerichtsbarkeit, bieten Versorgung im Alter und bei Unfällen, stehen untereinander in Kontakt und helfen sich gegenseitig aus mit
Baufachleuten, eine Art Arbeitsvermittlung.
16./ 17. Jhdt. Der Bau-Boom der Gotik erlahmt langsam. Beginn der Aufklärung. Zunehmende Forderung nach
Freiheit der Meinungsäußerung, (religiöser) Toleranz, Aufhebung der Leibeigenschaft und neuen Menschenrechten, wie sie heute selbstverständlich erscheinen. 16. Jhdt.: Erasmus von Rotterdam, Thomas Morus, Jean Bodin. In der
Folge Montaigne, Spinoza, John Locke, Pierre Bayle, Thomas Hobbes, Montesquieu, Voltaire, Diderot: viele gewaltige Denker erschaffen eine neue Welt und ein neues menschliches Selbstverständnis, das in den Maurerlogen begierig
aufgenommen wird.
1717 Gründung der ersten Großloge von London als Verbund mehrerer Logen. 1723 formuliert James Anderson deren „Grundgesetz“,
die „Old Charges“ (Alte Pflichten). Zunächst zwei Richtungen: „Antients“ und „Moderns“. 1813 Vereinigung der Antients und Moderns zur „United Grand Lodge of England“.
1735 Gründung der (alten, d.h. vorrevolutionären) „Grande Loge de France“. 1773 entsteht als weitere französische Großloge der „Grand Orient de
France“.
1737 Erste Freimaurerloge in Deutschland: die „Loge d’Hambourg“. 1738 Aufnahme des preußischen Kronprinzen, des späteren
preußischen Königs Friedrich II. („der Große“). Im gleichen Jahr erste Bulle der römisch-katholischen Kirche gegen die Freimaurerei. Trotzdem starker Aufschwung der Logen. Auswüchse durch Einführung und teilweise
willkürliche Erfindung neuer „Hochgrade“ („Strikte Observanz“), die durch den Konvent von Wilhelmsbad 1782 und die Bemühungen einzelner Brüder (Friedrich Ludwig Schröder) bereinigt werden können.
19. Jhdt. In der ersten Hälfte in ganz Deutschland (etwas differierend nach den damals noch zersplitterten Herrschaftsgebieten) ausgedehnte Verbotszeiten im
Anschluß an die französische Revolution und den Wiener Kongreß. Nach Wiederzulassung der Logen und besonders seit der Reichsgründung 1871 bis 1918 liegt die deutsche Freimaurerei strikt auf Vaterlandskurs.
1918 - 1935 Die Kapitulation des Deutschen Reichs wird von General Ludendorff und der gesamten politischen Rechten u.a. den Freimaurern angelastet
(„Dolchstoßlegende“). Die Freimaurerei reagiert mit Anpassung, um sich vermeintlich aus der Schußlinie zu bringen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wird der Druck so massiv, so daß viele Logen
sich bereits im Frühjahr 1933 selbst auflösen. Logenhäuser werden von der SA geräumt, das Inventar zerschlagen, alles Schriftgut beschlagnahmt. Die „Altpreußischen“ Logen passen sich zunächst weiter an, bis auch sie
1935 endgültig der Gewalt weichen müssen.
Ab 1945 Neubeginn in den Westzonen des besetzten Deutschland. Es ist zunächst schwierig, besonders die
„völkische“ und die nationalsozialistische Gräuelpropaganda gegen die Freimaurerei haben ihre Spuren in den Köpfen der Menschen hinterlassen. Aber intern gelingt es, die bis 1933 in ca. 10 Großlogen zersplitterte
deutsche Freimaurerei in ein einziges System zusammenzufassen: Die Vereinigten Großlogen von Deutschland.
1989 Sofort nach dem Zusammenbruch des
DDR-Staatssystems wird in den neuen Bundesländern damit begonnen, wieder ein Netz von Logen zu gründen. Die auf Humanität, Toleranz und Brüderlichkeit fußende Idee der Freimaurerei kann gerade hier ihre Zeitlosigkeit
unter Beweis stellen.
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